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Von Altenpflege bis zum Zahnarzt
Riesig war der Andrang seitens der Schüler bei der Berufsorientierungsmesse.
Groß Reken (rpl). Eine lange Schlange von Wartenden, die bei strömendem Regen geduldig unter ihren Schirmen auf Einlass warten, ein dichtes Gedränge im Foyer, das kaum einen Schritt nach rechts oder links ermöglicht, eng umlagerte Informationsstände im großen Saal und auf der Bühne: Nur selten dürfte das RekenForum einen größeren Andrang erlebt haben als bei dem „Markt der Möglichkeiten“, den die Overberg-Hauptschule und die Elisabeth-von-Thüringen-Realschule am Samstagvormittag für ihre Acht- bis Zehntklässler und deren Eltern veranstaltet haben.
Zum ersten Mal, so berichteten Jutta Friedrich von der Overbergschule und Kuno Laugisch von der Realschule, die als Lehrer das Projekt gemeinsam vorbereitet hatten, haben die beiden Rekener weiterführenden Schulen in diesem Jahr diese Berufsorientierungsmesse für zukünftige Schulabgänger gemeinsam veranstaltet. In früheren Jahren hatte es vergleichbare Projekte nur getrennt in den Schulen gegeben.
Haargenau schauten Schüler und Eltern hin. (Fotos: Plettenberg)
Begeistert vom überwältigenden Erfolg der Gemeinschaftsaktion zeigten sich auch Overberg-Schulleiter Kurt Capitain und Realschulleiter Heinrich Lütje - ebenso wie Brita Weishaupt, die als stellvertretende Bürgermeisterin den „Markt der Möglichkeiten“ eröffnete.
Insgesamt 28 Ausbildungsbetriebe und Berufsbildungseinrichtungen der Region waren zu der Informationsveranstaltung ins RekenForum gekommen: An ihren Ständen informierten sie die Jugendlichen, die demnächst oder in ein bis zwei Jahren die Schule verlassen, über ihre Chancen und Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt.
Von A wie „Altenheim“ bis Z wie „Zentralschule“ reichte die Palette der Ausbildungsangebote. Dazwischen präsentierte sich die gesamte Bandbreite der in der Region verfügbaren Berufsfelder für Real- und Hauptschulabsolventen.
Handwerksbetriebe, Banken und Versicherungen; Kindergärten, Zahnarztpraxen, Pflegedienste und auch die „großen“, überregional tätigen Arbeitgeber, die ihre Zweigwerke in Reken, Velen oder Marl betreiben, zeigten den zukünftigen Schulabgängern, welche Möglichkeiten ihnen der heimische Arbeitsmarkt mit ihrem Schulabschluss eröffnet.
Die Wehrdienstberater der Bundeswehr wiesen auf die beruflichen Chancen für „Bürger in Uniform“ hin. Auch die Gemeinde Reken, die als Schirmherrin der Veranstaltung das RekenForum zur Verfügung gestellt hatte, informierte die Schüler über die Möglichkeiten einer Beschäftigung in der Kommunalverwaltung.
Allerdings: Der ganz große Andrang, den die Messe verzeichnete, mochte zu einem Teil wohl auch darauf zurückzuführen sein, dass die Schulen den Besuch des Marktes zur Pflichtveranstaltung erklärt hatten.
Über mindestens sieben Berufsfelder, so erläuterten die Organisatoren, mussten sich die Acht- bis Zehntklässler am Samstag informieren - und dies mit einem „Messepass“, der an den Ständen abgestempelt wurde, nachweisen, hieß es am Rande.
Gebäck gab es auch in „Free Style“
Groß Reken (geg). Emsiges Treiben herrschte in der Küche der Overbergschule. Die Weihnachtswerkstatt hatte in der Hauptschule wieder geöffnet, und somit fanden sich viele kleine Bäcker dort ein und sorgten für köstliches Gebäck.
Gemeinsam mit Erika Osterholt und Inge Steneberg buken die Kinder leckere Stutenkerle und „Free Style“, also „Gebäck nach Fantasie“, wie die Lehrerinnen lachend erklärten. Auch der zweijährige Lasse bekam die Schürze um und stach mit Hingabe Plätzchen aus.
In der Holzwerkstatt herrschte ebenfalls emsige Geschäftigkeit. Hier wurde gesägt, bemalt und geschmirgelt; der Geruch von Klebstoff und frischer Farbe zog durch den Raum. Franziska hielt stolz den knallroten Elch in die Höhe, den sie bemalt hatte. Auch Kerzenständer wurden neben Holzschmuck dort fertig gestellt.
Julia und Luisa transportierten stolz ihre kleinen Tannenbäumchen. „Die haben wir ganz alleine geschmückt“, erzählten sie und zeigten den hübschen, roten Filzschmuck auf den kleinen Lebensbäumchen. Etuis für Stifte, Bilderhalter, Behälter für Adventskalender und „gebrochene Herzen“ aus Holz waren unter anderem im Bastelangebot.
Eltern, Lehrer sowie Schüler hatten viele Bastelideen Ideen für Weihnachten zusammen getragen. „Aufgrund von Krankheitsfällen konnten einige Stände nicht aufgebaut werden“, bedauerte die Vorsitzende des Fördervereins Barbara Krake, die alljährlich mit den Mitgliedern des Vereins die Weihnachtswerkstatt öffnet. Der Erlös ist für die Holzwerkstatt und für die Bibliothek bestimmt.
Neu war in diesem Jahr das Schwarzlichttheater, das in der Aula gezeigt wurde. Und auch Weihnachtslieder wurden dort angestimmt. Eingeladen waren an diesem Tag auch Eltern von zukünftigen Fünftklässlern, die sich über die Schule informieren wollten.
VR-Bank unterstützt Projekt der Overbergschule
Groß Reken (lie). Thomas Borgert, PR-Leiter der VR-Bank Westmünsterland eG, und seine Kollegin Gisela Salzmann waren am Montag in der Overbergschule, um fünf gebrauchte Laptops zu übergeben. Außerdem hat die Hauptschule 2500 Euro aus der Bildungs-Initiative des Geldinstituts (BZ berichtete) erhalten.
Die Initiative bedeutet, dass ein achtköpfiges Gremium in fünf Jahren Fördergelder in Höhe von mindestens 250.000 Euro verteilt. „Es wurden bereits mehr als 50 Projekte gefördert“, sagt Borgert. Das Geldinstitut wolle einen Beitrag dazu leisten, dass die Schulen gut ausgebildete junge Leute den Unternehmen übergäben.
Eines der geförderten Projekte ist der „Englisch-Workshop“ in der Overbergschule. Schulleiter Kurt Capitain berichtete, Fördermaterial und Wörterbücher seien gekauft worden. In einem speziellen Raum würden den Schülern per MP3- und CD-Player Hörverstehens-Aufgaben gestellt. Auch auf den so genannten Whiteboards würden Aufgaben dargestellt, um den Lehrvorgaben gerecht zu werden.
Diese sähen zum Beispiel vor, dass bestimmte Kompetenzen gefördert werden müssten - zum Beispiel das Argumentieren. In diesem Zusammenhang wies Capitain darauf hin, dass die Overbergschule seit Jahren in den landesweiten Lernstandserhebungen immer besser als der Durchschnitt sei.
Capitain demonstrierte mit der Englisch-Lehrerin und Fachkonferenz-Vorsitzenden Angelika Herbstmann und einigen Schülern aus der Klasse 10b, was an den Whiteboards alles möglich ist. Beim Flipchart (Vorlage) „Telling Time“ etwa können Schüler oder Lehrer mit einem speziellen Stift die Zeiger einer Uhr selbst einmalen, um die korrekte Bezeichnung der Uhrzeit in Englisch zu üben.
„Es gibt etwa 20 bis 30 Flipcharts zu diesem Thema auf der Tauschplattform der Firma Promethean“, erläutert Capitain. Diese seien umsonst und von Lehrer-Kollegen aus der ganzen Welt erarbeitet worden. Außerdem zeigte der Schulleiter, wie in Zusammenarbeit mit einem Schulbuchverlag nach dem Lösen von Aufgaben individuelle Fördermappen erstellt werden. Der Lehrer könne eine Bilanz für die ganze Klasse anfordern und so den Lernstand kontrollieren.
21 · 09 · 09
Babysimulatoren? „Nein, Babys!“
Von Frank LiebetanzGroß Reken. „Das sind keine Puppen, sondern Babys!“ So empörten sich gestern die 13 Mädchen im Alter zwischen 13 und 16 Jahren, die sich vier Tage und Nächte lang jeweils um eine Babysimulator-Puppe gekümmert hatten. Die Overbergschule hatte mit dem Sozialdienst katholischer Frauen in Bocholt dieses Projekt „Elternpraktikum“ angeboten.
Morgens, wenn sich die Schülerinnen mit der Pädagogin Beatrix Ratermann und den Lehrerinnen Ulrike Hiermes und Elke Röscher im Pfarrheim St. Heinrich trafen, übergab die Pädagogin mit einem Lesegerät die Obhut der Babys an eine virtuelle Tagespflege. „Morgens sind die Kinder im Hort“, erklärte sie. Ansonsten mussten die Mädchen rund um die Uhr die Bedürfnisse der Säuglinge stillen: Fläschchen geben, wickeln, wiegen und etwas gegen das Aufstoßen unternehmen. Die Kleinen können nörgeln und schreien, aber auch Laute des Glücksgefühls von sich geben. Hält man nicht die Hand unter dem Kopf, „kreischt das Kind wie am Spieß“, berichtet ein Mädel. Und alles wird registriert und über den Computer abgerufen. Das wäre auch bei Misshandlungen oder Schütteln der Fall.
„Die Nacht wird zum Tag“, sind sich die Schülerinnen aus der achten und neunten Klasse einig. Denn das Kind weiterreichen geht nicht, da ein Sensor am Handgelenk der „Mutter“ dem Simulator beweist: „Die Mama ist da.“ Welches Bedürfnis die Kinder haben, sei schnell klar gewesen, so Aldina Catic.
„Man pennt gerade ein und dann schreit es wieder“, berichtet ein Mädchen. Trotz der kurzen Nächte stimmen aber alle Lena Schoppen zu: „Ich will das Kind noch behalten.“ Allerdings schränkt eine andere Schülerin ein: „Wenn, dann mit Steuergerät.“ Die Jungen fanden die Mädchen mit Baby toll, wollten es selbst mal halten. Und selbst die, die das Baby erst „doof“ fanden, interessierten sich später für den Säugling. Die Haustiere in den Familien reagierten unterschiedlich. In einem Fall legte sich die Katze neben den Simulator, in einem anderen bellte der Hund die Puppe an, wenn sie einen Ton von sich gab.
Die Eltern freuten sich, dass ihre Töchter diese Erfahrungen sammelten und die Pädagogin war angenehm überrascht darüber, dass die Mädels im Vorfeld sich eigenständig um alles gekümmert hatten: von der Kleidung bis zum Kinderwagen.
In zwei Wochen werden die Ergebnisse besprochen.
03 · 04 · 09
Nickname darf nichts verraten
Groß Reken (lie). Eines lag Nicola Furch vom Computer Projekt Köln deutlich am Herzen: Der so genannte Nickname - selbst ausgesuchter Name fürs Chatten im Internet - darf nichts über die Person am PC verraten. Diesen Tipp gaben die Expertin und ihre drei Kollegen gestern den Siebtklässlern an der Overbergschule in Groß Reken.
Der Nickname sollte absolut keine Teile des echten Namens enthalten. Zur eigenen Sicherheit gehöre auch, dass der Ort und das Geburtsdatum geheim bleiben, erläuterte Furch. So halte man aufdringliche Zeitgenossen und Werbung fern.
Das Jugendamt beim Kreis Borken und das Kinder- und Jugendbüro der Gemeinde Reken hatten die Veranstaltung mit dem Schulleiter Kurt Capitain geplant; die Schulsozialarbeiterin Monika Stenpaß sowie die Leiter der Jugendhäuser Flash23, Mark Nubbenholt, und JUH, Kai Fiebig, waren ebenfalls eingebunden.
Am Projekttag am Dienstag sprachen die Schüler in drei Gruppen mit den Referenten vom Computer Projekt Köln über das Chatten, lernten weitere Chatmöglichkeiten kennen und wie man sich anmeldet - möglichst, nachdem man die „AGBs“ (Allgemeine gesetzliche Bestimmungen) gelesen hat.
„Mehr als die Hälfte der Schüler chattet nicht erst seit gestern“, sagte Nicola Furch. Viele sagten, ihre Handyrechnung sei niedriger, seit sie im Internet unterwegs sind. Mädchen nutzten eher eingeschränkte Formen wie ICQ als Foren, die Jungen würden Spiele organisieren oder sich verabreden. Es gebe aber auch einige, so Furch, die dieses Medium gar nicht nutzten.
Referent Torben Kohring meinte, das Thematisieren dieses Lebensbereichs der Jugendlichen sei für diese bereits ein Gewinn.
Schüler, die sonst vielleicht nicht so dem Unterricht folgten, engagierten sich stärker, und die Kölner sähen sich auch als ein Brücke zwischen der Jugend und den Lehrern.
weiterführende Adressen im Internet: www.klicksafe.de, www.goethe.de/Z/jetzt/dejchat/dejchati.htm.
24 · 03 · 09
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Auszeichnungen bei den Lernstandserhebungen 2005/06 2006/07 2007/08 2008/09
Internet-Lernumgebung
Schüler-CD
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